Fábrica
Das Handy ist das globalisierte IT­-Produkt schlechthin. Können wir es auch selber bauen? Ja: Im Projekt Fábrica fertigten 2014 Jung und Alt, Laien und Experten 50 DIY Phones an – mitten in der Stadt. Und zeigten damit: Es gibt sozial und ökologisch nachhaltigere Alternativen zur Massenproduktion.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Das Fab Lab Fabulous St. Pauli e.V. ist eine gemeinnützige Stadtteilwerkstatt für alte und neue Fertigungsverfahren. Mit Hilfe von 3D­-Druckern, Laserschneidern, computergesteuerten Fräsen, aber auch klassischen Werkzeugen eröffnet sie Stadtbewohner_innen die Möglichkeit, selbst zu Produzenten zu werden und für eigene Bedürfnisse Dinge herzustellen. Technik und Kunst treffen auf Do­-It-Yourself und verwandeln es. Das Konzept des Fab Labs, kurz für „Fabrikationslabor“, wurde 1998 von dem US-­Physiker Neil Gershenfeld entwickelt. Heute gibt es über 600 Fab Labs weltweit. Zusammen bilden sie einen wichtigen Teil einer neuen globalen Graswurzelbewegung, die das Paradigma einer nicht­ nachhaltigen Massenproduktion in Frage stellt. Das Kernteam von Fabulous St. Pauli – Informatiker_innen, Designer_innen, Erfinder_innen, Künstler_innen, Journalisten_innen – organisiert hierzu Workshops, in denen Interessierte gemeinsam die neue Community Fabrication erkunden können. Am „Open Lab Day“ können alle, auch Nichtmitglieder, teilnehmen.
Bezug zum Thema
Mit dem Projekt Fábrica konnte Fabulous St. Pauli zeigen, wozu die neue Community Fabrication in Fab Labs, Makerspaces und offenen Werkstätten fähig ist: nämlich zu mehr als Kunsthandwerk. Knapp 100 Teilnehmer_innen bauten in vier Wochen in Workshops 50 DIY Phones, ein von David Mellis als Open Hardware entwickeltes Handy. Denn das Mobiltelefon ist das globalisierte Telefon schlechthin: Jeder hat es, jeder braucht es. Was drin steckt, wie und von wem es hergestellt wird, wissen die Wenigsten. Die temporäre Handymanufaktur im Hamburger Park Fiction an der Elbe änderte das: Aus der Nachbarschaft, aber auch aus anderen Städten kamen Interessierte zusammen, um das Innenleben der Blackbox Mobiltelefon kennenzulernen, Bauteile auf Platinen zu löten, Gehäuse zu bauen und sich auch über faire Elektronik schlau zu machen. Die Resonanz auf das Projekt war enorm – es hatte den Nerv von Verbraucher_innen getroffen, die zunehmend skeptisch gegenüber der globalen Massenproduktion eingestellt sind.
Teilnehmerinformationen

Name
Astrid Lorenzen

Hochschule/Institut/Organisation
Fab Lab Fabulous St. Pauli e.V.

Tätigkeitsschwerpunkt
Offene Werkstatt für digitale Fertigung, Peer-Learning

Teamname: Fab Lab Fabulous St. Pauli

weitere Teammmitglieder:
Axel Sylvester: Vorstandsvorsitzender / Konzeption, Finanzen, PM, Workshopleitung
Niels Boeing: Vorstandsmitglied / Konzeption, Öffentlichkeitsarbeit, Workshopleitung
Tanja Doering: Vorstandsmitglied / Workshopleitung, Vortrag
Matthias Nieß: Mitglied / Workshopleitung
Gregor Voß: Finanzvorstand / Finanzplanung

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