In der Stadt der Zukunft ist man immer schon wo man sein möchte. In aktuellen Konzeptstudien großer Auto- und Designfirmen werden Autos zu mobilen Räumen verallgemeinert: fahrende Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder Fitnessstudios. Ziel scheint es zu sein, die Reisezeit nutzbar zu machen, also in gewisser Weise abzuschaffen. Die Frage wie der passende Raum zur rechten Zeit zum persönlichen Transportmittel wird, ist dann eine logistische. Dafür müssen Mobilitätsbedürfnisse erfasst und antizipiert werden. Die zukünftige Nachfrage soll möglichst lückenlos bedient werden. Das Gedankenexperiment „Moving Parts“ entwirft davon ausgehend eine Stadt, die vollständig in Bewegung ist: alle öffentlichen und privaten Einrichtungen –Wohnhäuser, Schwimmbäder und Skateparks antizipierenden ständig die Reisewünsche ihrer Bewohner und optimiere ihre relative Position so, dass sie immer möglichst nah am wahrscheinlichsten Ziel sind. Was bedeuten Konzepte wie Privileg, Besitz oder Teilhabe vor diesem Hintergrund?

Wissenschaftlicher Hintergrund
Bezug zum Thema

Moving Parts folgt als Gedankenspiel Ideen, die sich in Zukunftsvorstellungen von Logistik- und Mobilitätsanbietern ausdrücken und entwirft daraus eine Stadt in totaler Bewegung. Oben und Unten spielen hier als zwar keine Rolle als räumliche Kategorien mehr, als soziale jedoch nach wie vor. Privilegien etwa sind nicht mehr baulich verstetigt sondern müssen ständig gewährt oder verwehrt werden, indem der Zugang zu den Einrichtungen der Stadt erleichtert oder erschwert wird. In dieser extremen Form werden räumliche Mobilität und soziale Mobilität identisch.

Moving Parts formuliert keine Zukunftsvision, vielmehr nimmt es existierende Zukunftsvorstellungen in den Blick und versucht mögliche Implikationen dieses Denkens freizulegen. 

 

Die Arbeit entstand im Rahmen einer Kollaboration mit dem Berliner Ideenlabor mit dem Titel: Where to go? Spekulative Zukünfte zur autonomen Mobilität

Teilnehmerinformationen

Name
Christian Prasse

Hochschule/Institut/Organisation
Fraunhofer-Institut für Materiallfuss und Logistik

Tätigkeitsschwerpunkt
angewandte Logistikforschung

Teamname:

weitere Teammmitglieder:
Ellen Sünkeler,
Georgios Katsimitsoulias

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