PRESSEMITTEILUNG

Foresight Filmfestival N° 3: Zukünfte international – Wie wollen, wie werden wir leben?

Drei Teams aus der Türkei, Ungarn und Deutschland haben beim dritten Foresight Filmfestival am 26. Oktober 2017 in Halle an der Saale gewonnen. Präsentiert wurden insgesamt 14 Kurzfilme der beiden Kategorien „Stadt, Land, Zwischenräume“ und „Foresight Update“, ausgewählt aus über 700 Einreichungen aus 77 Ländern. Als neuer Austragungsort wurde die Große Ulrichstraße 12 bespielt, ein derzeit leerstehendes Ladenlokal, das durch die Kooperation mit dem Werkleitz Festivals Nicht mehr, noch nicht erkundet werden konnte.


Saalimpression vom dritten Foresight Filmfestival, Foto: Michael Deutsch

Halle, 30.10.2017. Im mit über 200 Gästen gut gefüllten Saal der Großen Ulrichstraße 12 wurden im Rahmen des drittten Foresight Filmfestivals insgesamt 14 filmische Antworten auf die Frage „Wie wollen, wie werden wir leben?“ präsentiert. Kurzfilme, die von der Zukunft handeln, von technologischem Fortschritt und/oder gesellschaftlichem Wandel, von ihren Wechselwirkungen und den Chancen und Risiken, die sich daraus ergeben.
Mehr als 700 Filme aus 77 Ländern wurden für den Wettbewerb eingereicht, mit dem Forscher*innen und Filmschaffende zur Entwicklung filmischer Zukunftsvisionen zum Thema „Stadt, Land, Zwischenräume“ und der themenoffenen Kategorie „Foresight Update“ aufgerufen wurden. Die Auwahl der besten Filme für den Festivalabend traf eine interdisziplinäre, hochkarätig besetzte 13-köpfige Jury. Sie wählte zudem, am Nachmittag des 26. Oktobers 2017 in einer in Halle ausgetragenen Sitzung, die beiden Hauptgewinner des mit je 3.000 Euro dotierten Jurypreises.


Das Team rund um die Live-Übertragung und das Live-Voting, Foto: Michael Deutsch

Die Begrüßung als Mensch-Maschine-Interaktion
Für den Auftrakt des Festivalabends stand Moderatorin Juliane Victor mit der Roboterdame Nao vom Institut für Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine besonders charmante Unterstützung bei der Begrüßung zur Seite.

Danach begrüßte Ilka Bickmann, Festivalleitung und Vorstandsvorsitzende von science2public die Gäste und bot einen Einblick in die Genese des Festivals. Bereits seit sechs Jahren initiiert und organisiert der Verein science2public Wissenschaftsfilmfestivals in Halle. Den Startschuss bildete 2012 die erste Ausgabe von „nanospots – das Nano-Kurzfilm-Festival“, das drei Jahre in Folge stattfand und von dem ebenfalls drei-jährigen Foresight Filmfestival abgelöst wurde.

Im Anschluss an Ilka Bickmann bat Juliane Victor Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und Martin Heine, Vorstand des Sachsen-Anhalt Medien e.V. zu einem kurzen Gespräch auf die Bühne und sprach in diesem Zuge auch den drei Förderern des Festivals, dem Sachsen-Anhalt Medien e.V., der Kunststiftung Sachsen-Anhalt sowie der Kloster Bergeschen Stiftung Ihren Dank aus.

Den Auftakt der Kategorie „Stadt, Land, Zwischeräume“ bildete ein moderierter Dialog zwischen Architekt Moriz Mungenast von der Technischen Universität München und Professor Ulrich Reimkasten von der Burg Giebichenstein in Halle.
Moritz Mungenast berichtete von dem, gemeinsam mit seinem Team entwickelten, multifunktionalen Fassadenelement „FLUID MORPHOLOGY“, das aus Kunststoff besteht und in einem Fertigungsschritt komplett 3D-gedruckt wird. Funktionen wie Lüftung, Dämmung, Verschattung und Lastabtragung sind bereits integriert und je nach Anforderung im Entwurf skalierbar. Als zukünftige Herausforderung betrachtet Moritz Mungenast das Recyclen der Fassaden, die zu Granulat verarbeitet werden, woraus wieder Filament für einen neuen 3D-Druck gewonnen werden könnte.
Prof. Reimkasten, Lehrender an der Burg Giebichstein im Bereich Malerei und textile Künste gab einen Einblick in einen Teilbereich seines vielfältigen künstlerischen Schaffens, der Gestaltung von Fassaden. Hier arbeitet er eng mit Wissenschafler*innen zusammen, sei es um im Krankenhaus mit antibakteriellen Lacken Fassaden zu gestalten oder ob in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut in Halle Garne für Verbundstoffe eines Airbus-Innenausbaus zu entwickeln. Passend zur Fragestellung nach Zukunftsentwürfen in Stadt, Land, Zwischenräumen kam er kurz auf seine Fassagengestaltung in Halle-Neustadt zu sprechen, die im Rahmen des BMBF-Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ realisiert wurde, eine Reminiszenz an Ulrich Reimkastens Lehrer José Renau. Als Ausblick kam er auf ein neues Projekt, eine ebenfalls interdisziplinär entwickelte Fassadengestaltung mittels jaquardgesteuerter Metallgewebe zu sprechen, bei der über nachleuchtende bzw. selbstleuchtende Fäden Informationen bei Bedarf sichtbar gemacht werden können, ohne dabei die ästhetische Qualität des Gebäudes durch omnipräsente Infoschilderzu ersticken.


Architekt Moritz Mungenast und Prof. Ulrich Reimkasten im Gespräch, Foto: Michael Deutsch

Im Anschluss an das Gespräch wurde die Filmshow mit den Top 6 der Kategorie „Stadt, Land, Zwischenräume“ präsentiert und die anwesenden Filmteams interviewt.


Timothée Catherine, Regisseur von „Private Access“ im Gespräch mit Juliane Victor, Foto: Michael Deutsch

In der Kategorie „Stadt, Land, Zwischenräume“ gewann Mehmet Serif Karakoyun aus der Türkei mit seinem Film Snowflakes Used to Fall den mit 3.00o Euro dotierten Jurypreis.
Bei Snowflakes Used to Fall handelt es sich um ein filmisches Spiel mit Realität und Illusion. Der Film inszeniert die Möglichkeit, zukünftig Erinnerungsräume virtuell greifbar zu machen und wurde von der Jury wie folgt gewürdigt: „Eine Mischung aus technisch simulierten Bildern der Natur vor dem Fenster und wenigen ‚echten‘ Gegenständen aus der Vergangenheit. In dieser Zukunftsvision gibt es nicht mehr Stadt oder Land, es gibt nur noch den inszenierten Zwischenraum, in dem eine beliebige Natur für einen kurzen – gekauften – Moment als Projektion und Illusion entsteht. Die Kreativität liegt in einem Narrativ, das mit dem öden Bild einer anonymen städtischen Einkaufsmall spielt und es mit Traumbildern von Sehnsuchtsorten verbindet, die in einem Hotelsetting geliefert werden. Reisen an Orte der eigenen Kindheit oder an Sehnsuchtsorte am Meer sind nur noch stundenweise Fluchten in Hotelzimmer der Illusion. Eine schlüssige Dystopie der Augmented Reality.“ Kurz zusammengefasst: „Wohnen zwischen Erinnerung und Zukunft, zwischen Holzhütte und Hologramm.“


Foto: Mehmet Serif Karakoyun, Gewinner der Kategorie „Stadt, Land, Zwischenräume“, Foto: Michael Deutsch

Den Auftak zur themenoffenen Kategorie „Foreisght Update“ bildete ein Impulsgespräch mit Dr. Petra Schaper-Rinkel, Senior Scientist am Austrian Institute of Technology AIT in Wien. Dort berät sie nicht nur im Bereich der Technikfolgenabschätzung das österreichische Parlament, sondern forscht zudem zu Instrumenten, wie sich Zukunftstechnologien gesellschaftlich gestalten lassen. Gegenstand des Gesprächs war die Frage, wie durch die Foresight-Methodik Handlungsspielräume erweitert bzw. stategische Handlungsfähigkeit gewonnen werden kann. Auch das partizipative Moment dieser Methodik wurde thematisiert sowie die Frage, inwieweit durch Foresight Förderpolitik verändert werden kann.


Dr. Petra Schaper-Rinkel im Gespräch, Foto: Michael Deutsch

Im Anschluss folgte die Präsentation der TOP 8 der Kategorie „Foresight Update“ mit anschließenden Filmgesprächen. In dieser Kategorie gewann der Kurzfilm The Very Near Future von Sebastian Egert.
Die Jury beschrieb ihn wie folgt: „Der Film führt auf spannende und humorvolle Weise die negativen Konsequenzen einer allumfassend vernetzten Welt vor Augen. Das Alltägliche wird in der dystopischen Zukunftsvision zu einer Herausforderung für den Hauptakteur. Vernetzte Systeme, Tracking, Überwachung des Menschen durch seine eigenen eigentlich als nützlich angesehenen Applikationen (von der Kreditkarte über Bonussysteme bis zur Home-Automation-KI) und datenbasiert optimierte Geschäftsmodelle führen dann auch mal dazu, dass die Pizza in dunklen Hinterhöfen gedealt wird. Ein wichtiges Thema, eine schlüssige Zukunftsvision, eine wunderbar pointierte Story und ein Konzept, das filmisch packend und kurzweilig umgesetzt zu Diskussionen anregt. Ein besonderer Bonus: Der Abschluss mit der durch ihre Aktion selbst ausgelösten Entfernung der Home-Automation-KI.“


Regisseur Sebastian Egert (4.v.l.) mit seinem Hauptdarsteller Marcel Romeijn (3.v.l.), Foto: Michael Deutsch

Wie auch im Vorjahr wurde der Festivalabend live über die Website des Foresight Filmfestivals übertragen. Gemeinsam mit allen, die das Filmfestival online im Livestream mit verfolgten, wurde als Publikumssieger IM Perfekt von der ungarischen Regisseurin Zsuzsanna Koszti als Publikumssieger gewählt. Herr Dr. Holtwick, Ausstellungsleiter der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund überreichte den mit 3.000€ dotierten Preis.
Zsuzsanna Koszti wirft in ihrem Film IM Perfekt, der im Jahr 2046 spielt, unerwartete und interessante Fragen auf. Ausgangspunkt ist ein Date, bei dem sich die beiden Armprothesen tragenden Protagonist*innen auf ungewohnte Weise kennenlernen: Sobald sie realisieren, dass beide eine Handprothese des selben Fabrikats tragen, tauschen sie diese aus. Dabei sorgen sie für kleine Lacher, staunende Blicke und Irritation. Aufgrund des Kontrollverlusts der Frau über ihre Selbstbestimmtheit in der Situation kommen gemischte Gefühle und die Frage nach Ethik auf. Eine Frage, die, über das filmische Zukunftsszenario hinaus, auch für unsere Gegegenwart relevant ist. Der Film zeigt eine Technologie, die schon fast genau so existiert. Um so mehr überraschen die absurden Möglichkeiten, die diese mit sich bringt.


Gewinnerin des Publikumspreises Zsuzsanna Koszti (3.v.l.), Dr. Bernd Holtwick, Ausstellungsleiter der DASA (1.v.r.), Foto: Joachim Blobel

Bereits zum dritten Mal wurde 2017 im Vorfeld des Festivals eine spezielle science2movie-Academy realisiert, die sich der Zusammenführung und -arbeit von interdisziplinären Nachwuchsteams widmete. Gefördert wurde diese vom Sachsen-Anhalt Medien e.V. und durchgeführt von science2public am Department für Medien- und Kommunikationswissenschaften.
Zwei Absolventen-Teams der Academy konnten sich in diesem Jahr für die Präsentation am Festivalabend qualifizieren, der Film Underground, sowie die Dokumentation Eine Stadt schmilzt.

Die Portfolios der Siegerfilme finden Sie neben weiteren Infos online unter foresight-filmfestival.de

Ausblick: Im kommenden Jahr übernimmt science2public den Bereich „Jugend, Zukunft, Wissenschaft und Medien“ im Rahmen eines neuen mehrtägigen und internationalen Festivals für Wissenschaft und Medien, Silbersalz, das die Organisation Documentary Campus in Halle (Saale) veranstaltet und das von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. Insbesondere der Zugang und die Beteiligung wissensentfernter Jugendlicher soll hier nachhaltig aufgebaut und intensiviert werden.  Auch das Foresight Filmfestival, das ab nächstem Jahr auf Tournee gehen möchte, wird sich dem Thema Jugend öffnen.


Kontakt für die Presse:

Ilka Bickmann, science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation
Telefon 0345 – 2266258
Mobil 0177 7290612
Mail moc.c1513217213ilbup15132172132ecne1513217213ics@n1513217213namkc1513217213ib1513217213; ed.la1513217213vitse1513217213fmlif1513217213-thgi1513217213serof1513217213@ofni1513217213; twitter.com/science2publicc

 

Über die Initiative Foresight Filmfestival

Das Foresight Filmfestival wird gefördert über den Sachsen-Anhalt Medien e.V., die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und die Kloster Bergesche Stiftung. Durchgeführt wird das Fesitval von dem Verein science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation im Rahmen der Netzwerkinitiative science2media.

 

PRESSEMITTEILUNG

Das Foresight Filmfestival N° 3 ruft zum neuen Wettbewerb auf!

Neue Technologie + Gesellschaft zusammen denken
einen Zukunftsvision entwickeln, einen Kurzfilm draus machen …

Die Wettbewerbskategorien 2017:
1. FORESIGHT UPDATE
2. STADT, LAND, ZWISCHENRAUME

Deadline 15. August 2017 // Preise: 3 x 3.000 Euro // Festivalabend: 26. Oktober 2017 Halle an der Saale

Halle an der Saale, 18.05.2017. Die dritte Ausgabe des Foresight Filmfestivals findet in diesem Jahr am 26. Oktober im Rahmen des einwöchigen Werkleitz Festivals Nicht mehr / Noch nicht in Halle statt. Wieder unter dem Motto „science meets vision“.

Wo und wie wollen, werden wir künftig leben? Welche Zukunftsszenarien sind vorstellbar, wenn technologische Innovation und gesellschaftliche Utopie zusammen gedacht werden? Welche Möglichkeiten, Herausforderungen oder Risiken bringt technischer Fortschritt für unseren Alltag, unsere Gesellschaft mit sich?
Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Kurzfilmwettbewerbs, mit dem sich das Foresight Filmfestival an Forscher*innen, Filmschaffende, Künstler*innen und all jene, die Zukunft nicht dem Zufall überlassen wollen, wendet.
Noch bis 15. August 2017 können Kurzfilme – von mindesten 30 Sekunden und maximal 15 Minuten – zu einer der beiden folgenden Wettbewerbskategorien eingereicht werden. Einreichungen interdisziplinärer Teams sind ausdrücklich erwünscht.

WETTBEWERBSKATEGORIEN 2017

  1. FORESIGHT UPDATE:

Werden Straßen künftig aus energiespeichernden Sensoren gebaut? Wie beeinflusst der Trend zum Tauschen und Selbermachen unsere künftige Wirtschaft? Bauen Sie Ihre Firma selbst mit 3-D? Denkt Ihr Smartphone nicht nur mit, sondern fühlt mit Ihnen?

Mit FORESIGHT UPDATE etablieren wir erstmalig eine themenoffene Wettbewerbskategorie. Hier gilt es, in die unendliche Weite technologischer, sozialer – auch allgemein – gedanklicher Innovationen zu blicken und eigene interdisziplinäre Zukunftsvisionen zu entwickeln. Gefragt sind Ihre filmischen Antworten auf neue, drängende, zukunftsweisende Fragestellungen für Technologie und Gesellschaft, kurz: Ihre Vision – unsere Welt von morgen.

  1. STADT. LAND. ZWISCHENRÄUME:

WO werden wir in Zukunft WIE leben? In Megastädten mit kilometerhohen Skyscrapern? Auf dem flachen Land in Selbstversorgerkommunen? In Kleinstädten digital vernetzt mit der ganzen Welt?

Die zweite Wettbewerbskategorie beschäftigt sich mit dem Thema STADT. LAND. ZWISCHENRÄUME und der Verortung des Menschen in eben diesen. Es gilt, sich mit Potentialen, Problemen, Innovationen und individuellen Bedürfnissen zu beschäftigen und diese filmisch umzusetzen. Die Annäherungsmöglichkeiten sind vielfältig, ob auf Makro- oder Mikro-Ebene, ob mit technologischem Ausgangspunkt oder architektonischem oder mit Blick auf zutiefst menschliche Wünsche.

Der Gewinn: Am 26. Oktober 2017 verkündet die Jury den besten Foresight-Kurzfilm in jeder Kategorie. Die Gewinner*innen erhalten einen Award und ein Preisgeld in Höhe von je 3.000 Euro. Zudem entscheidet das Publikum live und via Online-Zuschaltung über den Publikumsliebling des gesamten Festivals. Dieser Publikumspreis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird von der DASA Arbeitswelt Ausstellung, eine Einrichtung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), bereitgestellt.
Alle Informationen und Details zu Einreichung, Awards und Preisgeldern unter: www.foresight-filmfestival.de


Impressionen vom Foresight Filmfestival N° 2, Fotograf: Joachim Blobel
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Über uns: Das Foresight Filmfestival N° 3 wird durch den Sachsen-Anhalt Medien e.V., die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und die Kloster Bergesche Stiftung gefördert und von science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation und dem MMZ MultiMediaZentrum Halle (Saale), im Rahmen der Netzwerkinitiative science2media, durchgeführt.


Impressionen vom Foresight Filmfestival N° 2, Fotograf: Joachim Blobel
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Kontakt für die Presse:

Ilka Bickmann, science2public – Gesellschaft für
Wissenschaftskommunikation, Händelstr. 38, 06114 Halle (Saale)

Fon: 0345-2266258, mobil: 0177-7290612,
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Web foresight-filmfestival.de; science2public.com; science2media.de
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Impressionen vom Foresight Filmfestival N° 1  – links: Bionic Ant (Festo), rechts: Roboterdame AILA (DFKI), Fotograf: Michael Deutsch
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PRESSEMITTEILUNG

Foresight Filmfestival N° 2: Blitzlichter in die Zukunft – Wie wollen, wie werden wir leben?

Fünf Teams aus Deutschland, Österreich und Russland haben beim zweiten Foresight Filmfestival in Halle an der Saale gewonnen. Insgesamt 16 Kurzfilme rund um die Frage „Game Changers – wie wollen, wie werden wir in Zukunft leben?“ wurden im Steintor-Varieté gezeigt. Der darauf folgende Foresight Open Jam entwickelte im Hallenser Makerspace Eigenbaukombinat kreative Konzepte und Prototypen für Halle als Zukunftsstadt 2050.

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Saalimpression – Screening „Future Cities„, Fotograf: Joachim Blobel

Halle, 2.7.2016. Im gut gefüllten Steintor Varieté in Halle an der Saale wurden am 30. Juni im Rahmen des zweiten Foresight Filmfestivals insgesamt 16 Filme präsentiert, die sich alle sowohl künstlerisch und wissenschaftlich, zum Teil experimentell mit der Leitfrage auseinandersetzen: Wie wollen, wie werden wir in Zukunft leben? Diese Fragestellung steht insgesamt über dem Foresight-Prozess des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das das Filmfestival fördert und zu visuellen bzw. visionären Antworten auf diese Frage aufrief. Eine interdisziplinäre 19-köpfige Fachjury hatte dazu eine Vorauswahl aus insgesamt 56 Einreichungen getroffen und auch die drei Hauptgewinner der mit je 3.000 Euro dotierten Preise ausgewählt.

In Blitzgesprächen diskutierten Expert_innen aus der Jury u.a. die Hackerin Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, Greta Luise Hoffmann, Leiterin des GameLab des Instituts für Postdigitale Narrativität der HfG Karlsruhe, der Wissenschaftssoziologe Sascha Dickel von der TU München über Entwicklung, Transformation der Gesellschaft in Zeiten und Zukünften von Digitalisierung und technologischem Fortschritt. Kulturminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalts, Rainer Robra, betonte in seiner Einführung die Bedeutung des Foresight Filmfestivals für den auch international wachsenden Wissenschafts- und Medienstandort Halle.

In der Kategorie „Digitale Kompetenz. Wie, wo, was lernen wir in 20 Jahren?“ gewann Dominik Bücheler mit seinem Abschlussfilm an der Fachhochschule Salzburg. „OmnisFi – Das Upgrade für Ihre Lebensqualität“ wurde als Werbefilm für ein Fake-Körperimplanat als digitalen Asisstenten gedreht und thematisiert die Möglichkeiten, Folgen und Risiken des Bioengineering.

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Schecküberreichung durch Dr. Kerstin Angela Schmal (2.v.l.), Referat strategische Vorausschau beim Bundesministerium für Bildung und Forschung und Award durch Miriam Carbe als Laudatorin, arte „Wissen“ (1.v.l.), Fotograf: Joachim Blobel

Elena Artemenko gewann mit ihrem Kurzfilm „Comfortable Protest“ in der Kategorie „Vom Do-it-yourself zum Do-it-together“. Die junge Russin meldete sich per Videobotschaft aus Moskau zu Wort. In ihrem Film wirbt ein junger Mann für eine komfortable mobile Protest-Ausrüstung, die alles enthält, was die Teilnahme an Demonstrationen künftig erleichtern könnte. Ein humorvoller Film, der einen interessanten Blick auf den Umgang einer jungen Generation mit politischen Systemen und Restriktionen wirft.

Foto: Elena Artemeno meldete sich per Videobotschaft aus Moskau zu Wort.

In der Kategorie „Die Zukunft ist Open Space“ wurden der Kameramann Wolfgang Gaube und die Filmemacherin Uta Kolano, Dozentin an der Uni Halle, ausgezeichnet. In „Pellworm – Offene Landschaft“ erzählen sie die Geschichte der nordfriesischen Inselbewohner Pellworms, die eine Energie-Erzeugergesellschaft gründeten, um gemeinsam erneuerbare Energie zu gewinnen und die den Weg zu einer Smart Region antreten möchten.

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Foto: Preisverleihung an Dokworkers, Wolfgang Gaube, Uta Kolano, Berlin. Moderator Daniel Schlechter, mdr (2.v.r.), Fotograf: Joachim Blobel

Der Festivalabend wurde live über die Website des Foresight Filmfestivals übertragen. Gemeinsam mit allen, die das Filmfestival online im Livestream mit verfolgten, wurde als Publikumssieger „JOCO 2034“ von Patricia Petsch vom Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen gewählt. Herr Isenbort, Leiter der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund überreichte den mit 3.000€ dotierten Preis. Der Skript Akademie-Preis für den besten Nachwuchsbeitrag ging an Lea Dinger von der Uni Köln. Für ihren Film „Step One“ über ein Projekt zum Schutz von Meeresschildkröten erhält sie eine Weiterbildung an der Skript Akademie Drehbuch im Wert von 3.160 Euro.

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Gewinner Publikumspreis, Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen, Herr Isenbort, Leiter der DASA (1.v.r.), Fotograf: Joachim Blobel

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Lea Dinger, Gewinnerin des Skript Akademie-Nachwuchspreises (1.v.l.), Andrea Lindowsky, Skript Akademie Drehbuch (1. v.r.). Fotograf: Joachim Blobel

Das Foresight Filmfestival fand 2016 zum zweiten Mal statt. Im Vorfeld waren Wissenschaftler_innen, Medienschaffende und Künstler_innen dazu eingeladen, sich mit Forschungs- und Technologiefragen der Zukunft auseinanderzusetzen. Eine spezielle science2movie-Academy, gefördert vom Sachsen-Anhalt Medien e.V., unterstützte am Department für Medien- und Kommunikationswissenschaften die Zusammenführung und -arbeit von interdisziplinären Nachwuchsteams im Vorfeld des Festivals. Lea Dinger, die Nachwuchspreisträgerin, war eine der Absolventinnen dieser Akademie.

Die Siegerfilme finden Sie neben weiteren Infos online unter foresight-filmfestival.de

Foresight goes Jam

Erstmalig, auch mit Förderung durch den Sachsen-Anhalt Medien e.V., konnte am zweiten Tag des Foresight Filmfestivals ein Foresight Open Jam durchgeführt werden.

Ein FutureThinking-Workshop versammelte dazu unter der Leitung des Teams von WorkPlayExperience Markus Hormess und Adam Lawrence am 1. Juli ab 10.30 Uhr im Makerspace des Eigenbaukombinats Halle rund 50 interessierte Forscher-, Filmer-, Designer_innen, Quer- und Vorwärtsdenker_innen, um sich gemeinsam einen Kopf über unsere Welt von morgen zu machen und innovative Konzepte, Formate, Storyboards als Grundlagen für die Zukunftsthemen des Foresight-Prozesses am Beispiel der Stadt Halle als Zukunftstadt 2050 zu entwickeln. Am Abend wurden die entwickelten Konzepte und Prototypen für unsere Welt von morgen dem interessierten Publikum vorgestellt. Es entstanden u.a. Arbeiten für ein Kuppelkino auf drei Etagen in dem alten Gasometer, Konzepte für eine ver-datete Stadt, in der alle Dateninformation klug zusammenfließen, umweltfreundliche Luft-Taxi-Sharingmodelle, die autofreie Städte ermöglichen Synapsen-Häuser als flexible Modelle für integriertes Mehrgenerationen-Wohnen, Häuser, deren Wohnmodule flexibel auf Autos tranferierbar und damit mobil nutzbar werden u.v.m. Gewonnen hat das interdisziplinäre Modell „Wir machen uns ne Platte“ von dem Burg-Kunst-Studenten Benjamin Schief, dem Leipziger Physiker Niklas Fricke, Ronit Wolf, Veranstalterin des Science Fiction Filmfestivals aus München und, Yuneci Coba, Medienbildung-Studentin aus Leipzig (v.r.n.l.)

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Foto: Das Gewinnerteam vor seiner Platte Halle-Neustadt 2050

Die Ergebnisse dieses Jam werden in der weiteren Entwicklung von Halle auf dem Weg zu Zukunftsstadt 2050 eingehen. Ob Halle in diesem Städtewettbewerb die nächste Stufe unter den besten 20 erreicht hat, entscheidet sich am 1. August 2016.

Mehr dazu unter www.halle.neu.stadt-2050.de

 

Kontakt für die Presse:

Ilka Bickmann, science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation

Telefon 0345 – 2266258

Mobil 0177 7290612

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Über die Initiative Foresight Filmfestival

Das Foresight Filmfestival wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und unter der Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn) in enger Kooperation mit der science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e. V. und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt. Die Foresight Open Jam ist gefördert vom Sachsen-Anhalt Medien e.V. im Rahmen der Netzwerkinitiative science2media und wird von der Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation science2public organisiert.

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG

Wissenschaft + Science Fiction = Kurzfilmfestival

Zweites Foresight Filmfestival ruft zur kreativen Auseinandersetzung mit Zukunftsthemen auf. 

Halle, 23.2.2016. Entstehen neue Wirtschaftsmodelle, wenn Menschen Dinge lieber selbst machen oder tauschen statt zu kaufen? Wie wird das Lernen im digitalen Zeitalter künftig aussehen? Und wie werden künftig Innovationen entstehen, wenn alles Wissen im Netz geteilt wird? Das zweite Foresight Filmfestival am 30. Juni 2016 in Halle (Saale) möchte auf kreative Weise Antworten auf diese Fragen geben. Prämiert werden die besten Filmbeiträge von Visionärinnen und Visionären aus Forschung, Medien, Film und Kultur, die technologische und gesellschaftliche Herausforderungen in Kurzfilmen fokussieren. Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Drei Themenkategorien stehen für die Kurzfilme zur Auswahl: Vom Do-it-yourself zum Do-it-together. Transformation durch Tauschen, Teilen, Selbermachen?, Digitale Kompetenz. Wie, wo und was lernen wir in 20 Jahren und Die Zukunft ist Open Space. Selbstorganisation und Schwarmintelligenz als Schlüssel zur Innovation?

Der Blick in die Zukunft ist fester Bestandteil der forschungspolitischen Agenda im BMBF. Im sogenannten Foresight-Prozess identifizieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag des Ministeriums gesellschaftliche Entwicklungen und Forschungstrends der kommenden Jahre. Der Foresight-Prozess kann wichtige Impulse für neue Forschungs- und Innovationsstrategien geben. Erkenntnisse zu Chancen und Herausforderungen spiegeln sich nicht zuletzt in der Hightech-Strategie der Bundesregierung wider. Ausgewählte Themen werden darüber hinaus auf ver-schiedene Weise vertieft, beispielsweise in Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern in den ZukunftsForen oder im jährlichen Foresight Filmfestival.

Neu in diesem Jahr gibt es erstmalig ein Foresight Open: Am Folgetag des Foresight Filmfestivals, dem 1. Juli 2016, treffen junge Forscher- und Filmer-Innen, Quer- und VorwärtsdenkerInnen aus allen Disziplinen auf reommierte ZukunftsexpertInnen im Open Space. In Zukunftsräumen diskutieren sie Ideen für unsere Welt von morgen und entwerfen Konzepte, Storyboards, Prototypen für die Zukunftsfelder des Foresight-Prozesses. Bei der abschließenden Präsentation, u.a. mit dem MDR, wird ein Preis für die gelungenste Wissenschaftsvermittlung verliehen.

Weitere Informationen: foresight-filmfestival.de und Hintergründe zum BMBF-Foresight-Prozess: bmbf.de/de/mit-foresight-in-die-zukunft-schauen

 

Über die Initiative Foresight Filmfestival:

Das Foresight Filmfestival wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und unter der Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in enger Kooperation mit der science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e. V. und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt.

Mit einem Zeithorizont von bis zu 15 Jahren ist der Foresight-Prozess des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein strategisches Instrument zur langfristigen Vorausschau. Foresight deckt Trends und gesellschaftliche Herausforderungen auf, ist „Frühwarnsystem“ und auch Ideenpool für zukünftige Projekte und Forschungsprozesse. Foresight soll zu Diskussionen anregen – nicht nur in der Wissenschaft, sondern vor allem auch in der breiten Bevölkerung. Weitere Informationen unter bmbf-foresight.de und zukunft-verstehen.de.

Das Foresight Filmfestival nimmt ausgewählte Themen des aktuellen BMBF-Foresight-Prozesses auf und ist damit das erste Science-Vision-Festival, das Visionäre aus Forschung, Film, Medien, Gesellschaft einlädt, gemeinsam ins Gespräch zu kommen, sowohl aus technologischer und auch gesellschaftlicher Sicht den Blick in die Zukunft zu wagen und konkrete Visionen in Wort und bewegtem Bild für eine gemeinsame Zukunft zu gestalten.

 

PRESSEMITTEILUNG vom 3.7.2015

Wie wollen, wie werden wir leben?
1. Foresight-Filmfestival in Halle an der Saale zeigt Visionen für unsere Welt von morgen /
je 3.000 Euro wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung überreicht an

Gewinner der Kategorie „Selbstoptimierung“: Verena Westphal mit „sry bsy“
Gewinner der Kategorie „Künstliche Intelligenz“: Stefan Poßner mit „080“

Gewinner der Kategorie „Post Privacy + Big Data“: Felix Brokbals mit „malu“

Halle, 03.07.2015. Roboter sind längst mehr als übergroße Greifarme in Fertigungshallen und erobern in Form des Humanoiden „Myon“ bereits die Theater-Bühnen. Intelligente Wearables, wie die Apple-Watch, Brillen, wie Google-Glass und neueste Smartphones helfen dabei, das eigene Verhalten zu beobachten, um sich selbst und sein Handeln zu optimieren. Ausgeklügelte Künstliche Intelligenz ist alltäglichen Geräten integriert und speichert eine Fülle an Daten über unser Leben. Die Entwicklung dieser Technologien ist bei weitem nicht abgeschlossen und ihr Einfluss auf die Gesellschaft bisher nur zu erahnen. Wie menschlich sollen Roboter werden? Erlauben wir ihnen moralisches Handeln? Wie gesund und leistungsfähig wollen wir sein? Wie gehen wir mit Handicaps um? Wie hängt unsere Identitätsbildung von den zunehmenden Möglichkeiten der Selbstoptimierung zusammen? Wo führt die digitale Individualisierung unsere Gesellschaft hin?

Auf dem gestrigen Foresight Filmfestival N° 1 im Studio Halle stellten 16 Filmteams den rund 300 geladenen Gästen in drei Themenfeldern „Selbstoptimierung“, „Künstliche Intelligenz“ und „Big Data / Post Privacy“ eindrucksvolle Visionen vom gesellschaftlichen Umgang mit den technologischen Errungenschaften vor. Die Kurzfilme zeigten in unterschiedlichsten Formen die zukünftigen Möglichkeiten aber auch zukünftige Herausforderungen einer technologisierten Gesellschaft. An dem Abend wählte das Publikum live als auch über Onlineübertragung den jeweils besten Foresight-Kurzfilm der jeweiligen Kategorie.

Für das Themenfeld „Selbstoptimierung“ konnte dabei der Film „sry bsy“ von Verena Westphal und Moritz P. G. Katz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg das Publikum für sich gewinnen und erhielt die Siegesprämie von 3.000 Euro. Der Kurzfilm zeigt die Auswirkungen einer ausschließlich leistungsbezogene Arbeitswelt auf den Menschen. Im Zwang immer effizienter, produktiver und schneller zu arbeiten, entsagt sich die Hauptfigur jeder Pause, Essen oder Trinken bis hin zur kompletten Selbstaufgabe. Der Arbeitswahn führt schließlich zum Zusammenbruch. Der 2D-Animationfilm sprach das Publikum besonders durch dir humorvolle und ins Absurde abgleitende Darstellung an.

Bildunterschrift: v.r.n.l.: Prof. Ralf Wehrspohn, Leiter der Initiative Foresight FilmFestival, Christian Herbst, BMBF, Yve Fehring, 3sat, Laudator Tony Loeser, MotionWorks, Gewinner Verena Westphal und Moritz P. G. Katz, HAW Hamburg

Bildunterschrift: v.r.n.l.: Prof. Ralf Wehrspohn, Leiter der Initiative Foresight FilmFestival, Christian Herbst, BMBF, Yve Fehring, 3sat, Laudator Tony Loeser, MotionWorks, Gewinner Verena Westphal und Moritz P. G. Katz, HAW Hamburg

Der Film „080“ von Stefan Poßner, Student der Burg Giebichenstein Kunsthochschule wurde vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen und gewann in der Kategorie „Künstliche Intelligenz“ und damit ebenfalls 3.000 Euro. In diesem Spot geht es um nichts weniger als die Sinnfrage des Lebens, gestellt von Robotern. In einem Puppentheater aufgereiht, diskutieren ausrangierte Roboter über das Leben, den Tod und den ethischen Umgang mit künstlicher Intelligenz. Der ästhetisch hochwertige, detailreiche und optisch düstere Animationsfilm lässt den Zuschauer mit der Frage zurück, ob Maschinen auch Gefühle und Bewusstsein entwickeln können.

Bildunterschrift: v.r.n.l.: Prof. Ralf Wehrspohn, Leiter der Initiative Foresight FilmFestival, Christian Herbst, BMBF, Gewinner Stefan Poßner, Burg Giebichenstein Kunsthochschule, Yve Fehring, 3sat, Laudator und Oskarpreisträger Pepe Danquardt,

Bildunterschrift: v.r.n.l.: Prof. Ralf Wehrspohn, Leiter der Initiative Foresight FilmFestival, Christian Herbst, BMBF, Gewinner Stefan Poßner, Burg Giebichenstein Kunsthochschule, Yve Fehring, 3sat, Laudator und Oskarpreisträger Pepe Danquardt,

Felix Brokbals, Student der Burg Giebichenstein Kunsthochschule beeindruckte die Zuschauer mit seinem Film „malu“ in der Kategorie „Post Privacy / Big Data“ und freute sich über den Kategorie-Gewinn und die Siegprämie von 3.000 Euro. Der Kurzfilm zeigt als übertrieben positiver Imagefilm die Vorzüge der Selbstoptimierung durch das System malu. Mittels eines in den Körper gepflanzten Mikrochips und Smart-Devices werden alle Daten einer Person gesammelt. Über deren systemische Auswertung lassen sich alle Bereiche das Lebens verbessern, über die Zeitplanung, dem digitalen Bezahlen der Restaurantrechnung bis hin zum Flirten und der Pflege sozialer Kontakte. Sogar die Welt an sich lässt sich über Multimedia-Kontaktlinsen optisch durch Weichzeichner verschönern. Der Film beeindruckte mit einer hohen Qualität der Bilder und dem Spiel mit medialen Genre-Formaten.

Bildunterschrift: v.r.n.l.: Laudator Peter Zorn, Werkleitz Gesellschaft e.V., Christian Herbst, BMBF, Prof.Ralf Wehrspohn, Leiter der Initiative Foresight FilmFestival , Gewinner Felix Brokbals, Burg Giebichenstein Kunsthochschule , Yve Fehring, 3sat

Bildunterschrift: v.r.n.l.: Laudator Peter Zorn, Werkleitz Gesellschaft e.V., Christian Herbst, BMBF, Prof.Ralf Wehrspohn, Leiter der Initiative Foresight FilmFestival , Gewinner Felix Brokbals, Burg Giebichenstein Kunsthochschule , Yve Fehring, 3sat

Eröffnet wurde der Festival-Abend von Christian Herbst, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Marco Tullner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Steffen Drenckelfuß vom Dienstleitungszentrum Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt Halle und Prof. Ralf B. Wehrspohn, Martin-Luther-Institut Halle-Wittenberg und Leiter der Initiative Foresight Filmfestival.

„Für das Bundesministerium für Bildung und Forschung gehört der Blick in die Zukunft zur forschungspolitischen Strategie“, erläutert Christian Herbst vom Referat „Strategische Vorausschau; Wissenschaftskommunikation“ im BMBF, in seiner Begrüßung den Hintergrund des Filmfestivals. „Im Foresight-Prozess identifizieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag des Ministeriums gesellschaftliche Herausforderungen und Forschungstrends der kommenden Jahre. Foresight dient daher als Orientierungshilfe, „Frühwarnsystem“ und vor allem als Ideenpool für zukünftige Forschungsprogramme und Projekte. Zudem sollen die Ergebnisse der Vorausschau zu einem öffentlichen Diskurs anregen – wie es im Rahmen des neuen Kurzfilmfestivals hervorragend gelungen ist.“
„Sachsen-Anhalt steht früher auf. Da passt es, dass wir beim Foresight Filmfestival in Halle einen spannenden Blick in die Zukunft werfen können“, so Staatssekretär Marco Tullner in seiner Begrüßung. „Durch das enge Miteinander von Wissenschaft und Medien kommen Visionen auf die Leinwand, die Zukunft begreifbar machen und irgendwann auch Realität werden können. Und schließlich trägt das Festival auch dazu bei, dass sich die Wissenschaft noch stärker für aktuelle und künftige Fragen unserer Gesellschaft öffnet.“

Nach der Begrüßung gab der Leiter der Zukunfts- und Trendforschung der Volkswagen AG, Wolfgang Müller-Pietralla, im Impulsvortrag Prognosen zur technikbasierten makro-soziologischen Entwicklung der Gesellschaft und sprach über den Wandel von Mobilitätsbedürfnissen und den Veränderungen urbanen Lebens. Die jeweiligen Filmshows in den Kategorien Selbstoptimierung, Künstlichen Intelligenz und Post Privacy wurden eingeführt durch Blitzgesprächen, in denen ausgewählte Expertinnen und Experten über Perspektiven, zu erwartende Trends in der Entwicklung von Schlüsseltechnologien und Grenzen ihrer Anwendung für die Gesellschaft diskutierten. So setzten sich Autor und Soziologe Prof. Dr. Stefan Selke und Florian Schumacher, Gründer von Quantified Self Deutschland mit den Vor- und Nachteilen der Selbstoptimierung auseinander. Über Post Privacy und den Möglichkeiten aber auch gesellschaftlichen wie individuellen Konsequenzen von Big Data diskutierten Yvonne Hofstetter, Teramark Technologies und Stefan Walluhn, Hacker-Space Terminal 21 / Neuland. Nadine Kärcher, Entwicklerin der Festo AG & Co. KG. und Prof. Dr. Michael Decker, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) diskutierten engagiert über zukünftige Entwicklung selbstdenkender Maschinen.

Überzeugt von der Vielfalt technologischer Möglichkeiten der nahen Zukunft wurden die Festival-Gäste auch durch die parallele „Science meets Vision“-Ausstellungen, deren Exponate und Experimente bewiesen, dass technologische Visionen längst in der Gegenwart angekommen sind. Menschenähnliche Robotertechnik präsentierte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz mit der Roboterdame AILA. Die Konzept-Installation des Neuland-Projekts machte die Auswirkungen von Big-Data spürbar und interaktive Quantified-Self-Wearables ließen die Welt der Selbstoptimierung hautnah erfahrbar machen.
Das Foresight Filmfestival wird 2016 in Halle an der Saale fortgeführt.
Weitere Informationen: www.foresight-filmfestival.de ; Hintergründe zum BMBF-Foresight-Prozess: www.bmbf.de/de/12673.php